Byebye meineSPD.net
18. Juli 2011 um 22:48 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen KommentarTags: meineSPD.net, SPD, spd.de
Wer selbst das traurige Schicksal von meineSPD.net verfolgt hat,ist nicht überrascht, dass diese jetzt zu Grabe getragen werden soll. Ich war schon im Dezember 2008 “drin”, und schon im März 2009 “wg. Schnauze voll” umgezogen zu meinem eigenen WordPress-Blog. Jetzt also neu ein Ausbau des vorhandenen spd.de, wir sind gespannt. Erste Eindrücke:
- Registrierung: meine Registrierung als SPD-Mitglied scheiterte kommentarlos, als normaler Nutzer war ich aber automatisch schon mal drin.
- Profilbereich: es kommt die Tünnes-und-Schäl-Meldung “Sie haben uns keine Berechtigung gegeben, Ihr Profil zu speichern, Berechtigung jetzt erteilen”, wenn Datenfelder “fehlerhaft” ausgefüllt sind. Fehlerhaft ist z. B. ein Facebook-Profil mit HTTPS begonnen (das ist aber dringende Empfehlung), oder eine Google-Plus-Profiladresse (dass das Stand der Technik ist, haben sicher selbst die meisten Offliner mitbekommen).
- Blogbeitrag anlegen: es gibt so viele Dinge, die man von einem ausgereiften Blogsystem wie WordPress gewohnt ist, die hier gar nicht alle nachgebildet werden können. Aber bei meineSPD.net funktionierten ja nicht mal die Basics, wurden Blogbeiträge gefressen usw. Es war also Raum nach oben, und der wurde wohl auch gefüllt. Die “Themenzuweisung” statt der überall im 2.0 üblichen frei wählbaren Tags ist aber schon mal eine Qual.
Nun gut, ein (neuer) Versuch ist gemacht. Wenn man “so groß” ist, wie es die SPD gern wäre, fühlt man sich wohl gezwungen, etwas Eigenes zu entwickeln, statt Vorhandenes zu benutzen.
Spart euch die Plage und laßt die Plagiate
24. Februar 2011 um 13:29 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen KommentarTags: Copy&Paste, Doktor, Merkel, Plagiat, Steinmeier, zu Guttenberg
Ausgehend von einer Telepolis-Umfrage wurde das “Guttenplag-Wiki” bereits erweitert, man könne ja jetzt auch “die anderen Doktorarbeiten” mit analysieren. Ein paar Gedanken dazu:
Geht das überhaupt?
Einige der ersten Vorschläge waren Kristina Schröder und Silvana Koch-Mehrin, dann Merkel, Westerwelle, Sarrazin, immerhin auch Steinmeier, Struck. Also, immer hau drauf auf die Großen. Der “Schwarm” wird’s schon richten.
Der Schwarm wird sich bedanken. Struck promovierte 1971, Sarrazin 1973, Merkel 1978, Steinmeier 1992, Westerwelle 1994, Koch-Mehrin 1998, Schröder (als Köhler) 2009. Mit wohl einzig Ausnahme der Letzteren, Vorletztere grenzfällig, erfolgten alle Promotionen vor dem Cutoff der “Generation Copy-Paste” bzw. “Generation Google”. Das bedeutet, daß der Schwarm schon bei der bloßen Beschaffung des Werks selbst an seine Grenzen stoßen wird, erst recht seiner Quellen (und gar das Auffinden der nicht genannten, die ja eben nicht genannt sind, das macht sie ja erst aus). Die stehen nicht online! Die gibt’s nur auf toten Bäumen! Nicht mal bei Amazon! Die Worte “Bibliotheksausweis” und “Fernleihe” stehen plötzlich im Raum, Worte, die manche erst mal googeln muß.
Hätte man sich dann tatsächlich mit dem Rüstzeug ausstaffiert, drohte neues Ungemach: Das analoge Material muß gelesen werden! Nur Auge und Hirn können die Vergleiche liefern, keine Plagiatssoftware. Klar, im Schwarm kann sich jeder ein homöopathisches Häppchen von vielleicht zehn Seiten vornehmen. Aber der Grundgedanke dräut: Es wird echte Arbeit.
Das macht auch den Hauptunterschied zum Erstellen akademischer Machwerke (und seien es banale Hausarbeiten) einer anderen Generation aus: Es war echte Arbeit. Nächte wurden in der Unibib verbracht. Quellen mußten beschafft werden, gelesen, verstanden, wenn sie für geeignet befunden waren, immer noch abgetippt. Wenn man sie einmal gelesen, verstanden und abgetippt hatte, konnte man sie gerade auch noch zitieren, das machte den Kohl auch nicht mehr fett. Obwohl die Funktion “Copy & Paste” schon ca. 1976 erfunden und 1983 mit den ersten Apples öffentlich wurde, kam die Kultur (oder Unkultur) des “Copy & Paste” erst in den späten Neunzigern auf, denn vor Massenverbreitung des WWW und dem Erfolg von Suchmaschinen wie damals noch Alta Vista (und Exoten wie Gopher), später erst Google, gab es schlichtweg nicht genug Masse, aus der man sich hätte selbstbedienen können, weswegen keiner auf die Idee gekommen wäre, das im großen Stil zu betreiben. (Das war es wohl auch, was den kometenhaften Erfolg von Google ausmachte, weniger der genialische Suchalgorithmus als vielmehr die Substanz, die immer eine Trefferquote ermöglichte – “nichts gefunden” hörte auf zu existieren, egal wie sinnlos die Suche. Spätestens seit “meinten Sie…?” findet Google selbst zu den Tastenanschlägen von *Kopf auf die Tastatur knallt* ein Ergebnis.)
Ist das eine gute Idee?
Ich gebe es besser gleich zu: Auch ich habe abgeschrieben. Nicht in Stil und Größenordnung des Freiherrn, aber jeder, der einmal kurz vor Abgabe seiner Arbeit auch durch Erhöhen des Zeilenabstands noch nicht die marktübliche Seitenzahl zusammenhatte, hat wohl schon mal ein paar Sätze inflationären Zitattext durch Wortumstellung in ein höherwertiges “vgl.” umgewandelt. Weiter geht es – ich muß mich im Augenblick manchmal dem aufkeimenden Gerechtigkeitssinn meiner siebenjährigen Tochter stellen -, ich bin auch schon bei Rot über die Ampel gegangen, habe an Altstadtkirchenmauern gepinkelt, bei den Spesen den Geschäftszweck einer Bewirtung aufgehübscht. Ich hatte nie eine DOS-Lizenz (ist hoffentlich verjährt).
Ich habe noch kein altes Mütterchen für ihre Handtasche vor die Straßenbahn geschubst und will auch sonst nicht in die Politik, aber eine Totalüberwachung durch Plagiatspaparazzi wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht. Wenn wir wirklich die Diss der Bundesmutti zeilenweise durchkauen, und wenn wir dann ein paar geklaute Zeilen finden, was machen wir dann? Entrüsten wir uns genauso ergebnislos? Und ab welcher Quote geborgten Textbausteins? 70%, 50%, 30%? Oder auch schon bei zwei oder drei Zitaten, die beim Umgang mit der Schreibmaschine/dem Robotron vielleicht wirklich vergessen wurden? Und wonach suchen wir als nächstes?
Außerdem ist am ersten Ansatz klar zu sehen, daß sich zunächst mal die netzaffine Linke an den unpopulären Rechten abarbeiten würde. Das Ungleichgewicht würde der Öffentlichkeit bald auffallen und der Idee ziemlich den Wind aus den Segel nehmen. Später dann würden wir entsetzt feststellen, zu Guttenbergs 200.000 Facebook-Fans zeigen es, daß die rechte Fraktion auch netzaffine Kräfte aufwenden kann, und einen Gegenschlag erfahren. Im schlimmsten Fall würde der dann Im Richtigen Leben die bessere Presse kriegen, und wir wären blamiert.
(Update: Ein paar neue Gedanken zu der Frage, warum ich es irgendwie Scheiße finde: Die implizite Idee ist ja wohl entweder, daß jeder Dottore ein potentieller Betrüger ist, dann müssen auch Arbeiten von Nichtprominenten auf den Seziertisch – 25.000 im Jahr, viel Vergnügen -, oder daß es einen speziellen Typus “nichtsnutziger Mensch, der den Masterplan verfolgt, Politiker zu werden” gibt, dann muß ich trotz des Blogtitels schon wieder eine C-Politikerin in Schutz nehmen: Glaubt jemand ernsthaft, daß eine Karriere Merkel (ernsthafte Wissenschaftlerin im Osten, lange bevor man die Wende vorhersehen konnte, dann in der Tat Wendegewinnerin, dann erst eher widerwillige, langsam gewachsene Politikerin, z. B. als Umweltministerin, mit der eine Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken garantiert nicht zu machen gewesen wäre, erst jetzt unter “Sachzwängen” politische Opportunistin) zu dieser Beschreibung paßt? Merkel hätte 1978 bemerkenswerte hellseherische Fähigeiten haben – und erfolgreich verbergen – müssen, um diesen Masterplan ausarbeiten zu können.)
Ich wollte ja gar nicht über zu Guttenberg schreiben
23. Februar 2011 um 14:31 | Veröffentlicht in Allgemeines | 1 KommentarTags: CSU, Doktor, Plagiat, zu Guttenberg
Ich wollte es wirklich nicht. Zunächst schien es nicht wichtig genug, dann wendete sich alles, aber darüber schien alles gesagt. Jetzt aber muß ich doch.
Ich bin Sozialdemokrat, das sieht man dem Blog an. Daß ich zu Guttenberg trotzdem Gutes abgewinnen konnte, schrieb ich schon 2009. Ich bin selbst verblüfft, daß ich dem Verteidigungsminister in demselben Artikel schon damals die Warnung mitgab, sich nicht an seiner eigenen Eitelkeit zu verbrennen. (Dabei war das, wie wir heute wissen, damals in Wirklichkeit schon passiert.)
Als vor einer Woche die Doktorarbeitsgeschichte hochkochte, hegte ich immer noch die vorerwähnten Sympathien für Karl-Theodor zu Guttenberg. Er hatte plagiiert (oder wahrscheinlich ghostwriten lassen, da er das niemals zugeben dürfte, werden wir es wohl niemals erfahren), aber das tun wahrlich andere auch. Wer selbst an der Uni gewesen ist, kann nachvollziehen – ich kann -, daß man irgendwann frustriert ist, daß das Angehäufte einfach zu keinem fertigen Werk werden will, einen jeden Morgen aufs Neue auslacht, obwohl man es schon lange nicht mehr sehen mag. Schon lange ein ganz anderes Leben mit anderen Prioritäten hat. Da in die Trickkiste zu greifen, einfach damit das Elend ein Ende hat, ist nur verzeihlich. Auch noch als das Ausmaß des Vorgefundenen die Erwartungen immer weiter überstieg, hätte ich die Kröte geschluckt, hätte ihm das Ding nachgesehen, das von einer kleinen Schummelei zu einem veritablen Betrug (ich sage das jetzt nicht im strafrechtlichen Sinne, denn ich bin mir da nicht sicher, aber ein massives Verbiegen der aufrichtigen Wahrheit ist auf jeden Fall ein moralischer Betrug) wuchs, auch wenn es am Ende, anders als am Anfang, sicher kein Kavaliersdelikt mehr war.
Aber den Umgang damit, den kann ich ihm nicht durchgehen lassen. Seit Freitag war Schluß mit Verständnis. Ein Eingeständnis, ein Augenzwinkern auf Augenhöhe unter Akademikern, am Ende verbunden mit der reumütigen Erkenntnis, dabei ein bißchen zu weit gegangen zu sein, das wäre gegangen. Dann hätte ich auch als Nichtbayer sagen können “a Hund isser scho.” Dann wäre es mir auch selbstverständlich über die Lippen gekommen, daß eine Doktorarbeit nichts mit einem Ministeramt zu tun hat. Ist nämlich eigentlich so. Aber angesichts des Offensichtlichen in selbstgerechter Gutsherrenart immer weiter auf dem toten Pferd herumzureiten, die Wahrheit in Salamischeiben darzubieten, die Presse und damit die Öffentlichkeit zu brüskieren, und auf das Lächerlichste mit dem Messer neben der Leiche zu deklamieren, es habe am Vorsatz gefehlt, der sei ihm ins Messer gerannt, uns damit fortwährend von oben herab, nämlich für dumm zu verkaufen, das geht zu weit.
Im Strafrecht sind die Versuche, eine begangene Straftat zu verschleiern, dem Täter nicht als weitere, eigenständige Straftaten anzurechnen. Aber wir sind ja auch eben nicht im Strafrecht. Für mich hat sich zu Guttenberg erledigt (und ich prognostiziere, das wird auch wirklich so kommen), eben nicht durch die Tat, sondern durch die verweigerte Aufarbeitung.
Übrigens hat spätestens seit Montag die Doktorarbeit sehr wohl mit dem Ministeramt zu tun: zu Guttenberg schrieb seinen Brief an die Universität, in dem er um Aberkennung des Doktors bat, auf dem Briefpapier des Bundesverteidigungsministers…
Sollen sie doch steigen
15. September 2010 um 09:36 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen KommentarTags: Diäten, Landtag, Linke, NRW, SPD
Der Landtag von NRW hat für morgen die Erhöhung der Abgeordnetendiäten um 1,14 % von 9.979 auf 10.093 € angekündigt. Die Erhöhung ist ein Halb-Automatismus – zunächst wird ein Wert aus Lohn- und Preissteigerung ermittelt, dann können die Abgeordneten sich dies “genehmigen” oder auch nicht. Im letzten Jahr haben sie es nicht getan.
“Ein Schluck aus der Pulle” wird bei solchen Gelegenheiten gern gerufen, und die Linke hat verkündet, sie halte das in Zeiten von Hartz-IV-Einschnitten für unpassend, Linken-Abgeordnete werden diese Mehreinkünfte allenfalls spenden.
Nun hat sich ja die Linke in letzter Zeit mit Berichten von Tagungen in Luxushotels nicht eben in die Nähe des Worts “Bescheidenheit” manövriert. Ich finde aber auch, in Zeiten, in denen Gewerkschaften wieder mit Forderungen von 6 % auf die Straße gehen, ist eine reine Inflationsanpassung wirklich nichts Ungehöriges. Alles andere wäre doch eine Realeinkommenssenkung.
Und ganz persönlich finde ich, jemand der um zehntausend Euro verdient, sollte ohnehin mehr Wohltätigkeit walten lassen als ein lumpiges Prozent.
Moralische Instanzen und mitleidende Vorsitzende
24. August 2010 um 16:41 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen KommentarTags: Müntefering, Schmidt, SPD, Steinmeier
Da bin ich ja noch mal froh: Während Altkanzler Helmut Schmidt den Rang, “ein Deutschland zu verkörpern, wie ich es mir wünsche”, knapp mit 83% zu 84% an Günther Jauch abgeben mußte, steht außer Frage, daß er “eine moralische Instanz für Deutschland” ist, und zwar mit 74% die führende. Es hilft anscheinend, knapp 30 Jahre aus der aktiven Politik ausgeschieden zu sein. Mit exakt 50% erreichte wiederum der “Wer-wird-Millionär”-Moderator den höchsten Wert für einen Nichtpolitiker – es ist schon verblüffend, daß alle höheren Ränge von “moralische Instanz” mit Politikern besetzt sind.
Bei “verkörpert Deutschland” sieht das anders aus, neben Günther Jauch stehen Jogi Löw und Basti Schweinsteiger obenan, Politiker eher unter “ferner liefen”. Insgesamt muß man sich damit abfinden, daß außer Politikern und Fernsehstars nur wenige es überhaupt in die Liste schafften, namentlich Jo Ackermann – ein Schweizer – als einziger Wirtschaftskapitän. Entweder wird Wirtschaftsvertretern noch weniger Moral zugetraut als Politikern, was beachtlich wäre, oder es blieb schlichtweg, wie gern bei SPIEGEL-Umfragen kolportiert, “diese Person ist mir unbekannt”.
Persönliches Fazit: Schmidt als moralische Instanz geht voll in Ordnung. Mit Günther Jauch als Verkörperung meines Wunschdeutschland kann ich gut leben (der ist eben so glatt, daß er für jede Funktion durchgehen würde), aber mir fiele da spontan auch noch die Familie M. aus meiner Kirchengemeinde ein.
Am anderen Ende der Skala bringt sich heute der Fraktionsvorsitzende in die Presse: Frank-Walter spendet seiner Frau eine Niere. Nach Franz Müntefering, der die Politik verlassen hat, um seine sterbende Frau zu pflegen, der zweite “große Vorsitzende”, der das Öffentliche zugunsten des Privaten zurückstellt (und darüber redet, was ja nicht verboten ist). Das verdient Respekt.
Eilmeldung: CDU zurückgetreten
31. Mai 2010 um 18:06 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen KommentarTags: Köhler, Koch, Rüttgers, SPD
Nach Koch und Köhler ist vor Rüttgers und…? – Manch einer saß mit ungläubigem Staunen am Bildschirm, als Twitter in Sekundenfrische die Mitteilung vom Rücktritt des Bundespräsidenten in die Welt blies. Des Bundespräsidenten! Das hat es noch nicht gegeben. Das kann und darf es eigentlich nicht geben.
“Lübke” und “Kanonenbootpolitik” waren Schlagworte, die vor dem Wochenende durch die Medien geisterten. Heinrich Lübke, erinnern wir uns, war der zumindest rhetorisch nicht immer geschickte Präsident und Verfasser von “meine Damen und Herren, liebe Neger”. Definitiv vor unserer Zeit. Kanonenbootpolitik bezeichnet die unfeine Durchsetzung von Außenwirtschaftsinteressen mit militärischen Mitteln. Lange vor unserer Zeit und heute offiziell geächtet. Trotzdem hat Köhler den Satz gesagt, der ihm jetzt offiziell das Genick gebrochen haben soll:
Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.
Der wurde dann von Spin Doctors gebeult und gebogen, so gut es ging, doch es ging eben nicht. Gesagt ist gesagt, zumal in ein Radiomikrofon. Insofern war es recht und richtig, nach einem solchen Satz zurückzutreten. Aber – jetzt kommt der heutige Satz:
Meine Äußerungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr am 22. Mai dieses Jahres sind auf heftige Kritik gestoßen. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen. Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten – mit sofortiger Wirkung.
Der Bundespräsident tritt also nicht zurück, weil er den Satz gesagt hat, sondern weil ihm die Kritik daran zu weit ging. Die Person tritt zurück, weil die Kritik Respekt vor dem Amt vermissen läßt – hat die Kritik jetzt das Amt beschädigt, oder die Person? Es paßt einfach überhaupt nicht zusammen, was Horst Köhler da sagt. “Beleidigtsein, Selbstmitleid und Wut auf andere” nennt es der Spiegel, ein Twitterer faßte es treffend zusammen mit “Ist das denn respektvoll dem Amt gegenüber, so einfach beleidigt zurückzutreten?“
Schon bei Koch fragten wir uns, was wohl der Grund hinter dem Grund sein möge, “Roland Koch geht nicht einmal aufs Klo ohne einen Plan” (was übrigens eine dankbare Anleihe aus Tom Clancy’s Jagd auf Roter Oktober ist), wenn jetzt auch Köhler so dünnhäutig geworden ist, daß er nicht mehr einstecken kann, fragt man sich schnell mal, wie es um die Partei insgesamt bestellt ist. Und dabei hätte man noch vor kürzester Zeit die nächsten Donnerschläge eher in der FDP vermutet…
Rüttgers als angezählt aufzulisten war übrigens billig, das gebe ich zu. Aber warten wir es mal ab, nachdem die Bundes-FPD heute morgen die NRW-Ampel nicht ausschließen wollte, will die lokale FDP weiter keine haben. SPD und CDU müssen also am Ende wohl oder übel miteinander reden, und ob das mit Rüttgers geht…?
Termine im Ortsverein Rath
28. März 2010 um 21:37 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen KommentarTags: Ortsverein Rath, SPD
“Wolle” F. hat die aktuellen Termine des SPD-Ortsvereins Düsseldorf-Rath abgekündigt. Ich picke mal ein paar der Rosinen heraus und reichere mit überregionalen an:
- Sa., 3. April, 9:00 Uhr – Ostereieraktion mit Infostand
- Sa., 10. April, 14:00 Uhr, Philipshalle – Wahlkampfauftakt
- Sa., 24. April, 14:30 – Anti-Atom-Menschenkette von Brunsbüttel nach Krümmel
- So., 25. April, 10:00 Uhr, Rather Fass – Skatturnier
- Sa., 1. Mai, 10:00 Uhr, Hofgarten – Familienfest zum 1. Mai mit Mai-Demo
- Sa., 8. Mai, 9:00 Uhr – Infostand zum Muttertag
- Sa., 3. Juli, 15:00 Uhr, Hazienda – Sommerfest des OV Rath
- Do., 23. September, 19:00 Uhr, AWO – OV-Versammlung
- Fr., 5. November, 19:00 Uhr – Grünkohlessen Stadtbezirk 6
- Fr., 26. November, 19:00 Uhr, AWO – Jubilarfeier/Jahresabschluß
Das Leben auf dem Niveau des Ortsvereins liest sich vielleicht nicht so spannend. Aber auch an der Basis gibt es genug zu tun, und letztlich ist es die Basis, an der die Arbeit erledigt wird. Termine wie erweiterte Vorstandssitzungen und reine Infostände habe ich trotzdem ausgeblendet – wer dabei ist, wird wissen, wie er an die Info kommt.
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