Wie alles begann

29. Dezember 2008 um 19:38 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen Kommentar
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Vielleicht vorneweg ein Wort der Erläuterung scheinbarer Selbstverständlichkeiten: Ich bin Hamburger, und in Hamburg – die Älteren unter euch mögen sich noch erinnern – war es mal quasi selbstverständlich, SPD-Wähler zu sein, „der Norden muß rot bleiben“, heute klingt das nach Wunschdenken. Meine Identifikationsfiguren hießen Schmidt, von Dohnanyi, Voscherau. Die Abwahl Schmidts 1982 war für mich als Vierzehnjährigen ein einschneidendes Ereignis, und ist es bis heute. Als ich dieser Tage las, daß drei Viertel der Deutschen sich den heute Neunzigjährigen als Bundeskanzler zurück wünschen, dem sie nach meinem Verständnis damals in den Rücken gefallen sind, sagte ich nur „ja, ja…“

Mit meinen politischen Meinungen, die sozial, aber auch sehr ökologisch geprägt sind – so leisten wir uns den Luxus, als vierköpfige Familie kein Auto zu haben – hätte ich ansonsten wohl auch Grüner werden können, aber in meiner Jugend waren die Grünen doch noch etwas zu „shocking“, und auch heute will es mir manchmal scheinen als können sie Realpolitik nur mit der allergrößten Selbstüberwindung produzieren.

In den letzten Jahren fiel man als fühlender „Sozi“ ja oft von einer Ohnmacht in die andere, Hamburg fiel, NRW fiel, Schröder mochte ich nicht so recht als Bereicherung empfinden, und jedes Mal sagte ich mir, oft am Tag nach dem Ereignis, „jetzt, und gerade deswegen, trittst du endlich mal in die Partei ein, die braucht das jetzt.“ Das Schlüsselereignis, das mich „es“ dann letztlich tatsächlich tun ließ, war ironischerweise von etwas anderer Art: Ich trat in die SPD ein am Tag nach dem Scheitern von Andrea Ypsilanti durch die „Abtrünnigen“ Metzger, Walter, Tesch und Everts, einem Scheitern, das ich vielmehr als einen Sieg der sozialdemokratischen Ideale empfand. Denn ein Ypsilanti-Linksbündnis mitzutragen hätte mich erhebliche Bauchschmerzen gekostet, daß es anders kam, mag heute bitter für einen Hessen sein, ist aber morgen sicher gut für jeden Sozialdemokraten.

So, da stehe ich also heute, da ich endlich zum „roten Buch“ auch die „rote Karte“ erhalten habe, ein Newie in der SPD, gespannt, was die Zukunft bringt.

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