Moralische Instanzen und mitleidende Vorsitzende

24. August 2010 um 16:41 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen Kommentar
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Da bin ich ja noch mal froh: Während Altkanzler Helmut Schmidt den Rang, „ein Deutschland zu verkörpern, wie ich es mir wünsche“, knapp mit 83% zu 84% an Günther Jauch abgeben mußte, steht außer Frage, daß er „eine moralische Instanz für Deutschland“ ist, und zwar mit 74% die führende. Es hilft anscheinend, knapp 30 Jahre aus der aktiven Politik ausgeschieden zu sein. Mit exakt 50% erreichte wiederum der „Wer-wird-Millionär“-Moderator den höchsten Wert für einen Nichtpolitiker – es ist schon verblüffend, daß alle höheren Ränge von „moralische Instanz“ mit Politikern besetzt sind.

Bei „verkörpert Deutschland“ sieht das anders aus, neben Günther Jauch stehen Jogi Löw und Basti Schweinsteiger obenan, Politiker eher unter „ferner liefen“. Insgesamt muß man sich damit abfinden, daß außer Politikern und Fernsehstars nur wenige es überhaupt in die Liste schafften, namentlich Jo Ackermann – ein Schweizer – als einziger Wirtschaftskapitän. Entweder wird Wirtschaftsvertretern noch weniger Moral zugetraut als Politikern, was beachtlich wäre, oder es blieb schlichtweg, wie gern bei SPIEGEL-Umfragen kolportiert, „diese Person ist mir unbekannt“.

Persönliches Fazit: Schmidt als moralische Instanz geht voll in Ordnung. Mit Günther Jauch als Verkörperung meines Wunschdeutschland kann ich gut leben (der ist eben so glatt, daß er für jede Funktion durchgehen würde), aber mir fiele da spontan auch noch die Familie M. aus meiner Kirchengemeinde ein.

Am anderen Ende der Skala bringt sich heute der Fraktionsvorsitzende in die Presse: Frank-Walter spendet seiner Frau eine Niere. Nach Franz Müntefering, der die Politik verlassen hat, um seine sterbende Frau zu pflegen, der zweite „große Vorsitzende“, der das Öffentliche zugunsten des Privaten zurückstellt (und darüber redet, was ja nicht verboten ist). Das verdient Respekt.

Och nö, Hannelore Kraft, wär‘ das nötig gewesen?

28. Juni 2009 um 23:59 | Veröffentlicht in Allgemeines | 1 Kommentar
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Via @fdoemges und von dem wiederum via Website von Christian Machalak erfuhr die Welt von einem Rechtsstreit, den NRW-SPD-Chefin Hannelore Kraft ohne Not mit dem Blog der Ruhrbarone vom Zaun brach.

Himmelarschundwolkenbruch, in diesem Blog will ich eigentlich Gutes über die SPD schreiben! Und dann kriegt man immer wieder solche Eigentore zu sehen! Ich meine, was ist denn da passiert? Da hat Hannelore – oder ihr Referent – an ihrem Lebenslauf ein Stäubchen wegpoliert, und jemand hat sie dabei ertappt (für sowas gibt es die Wayback Machine und ähnliche). Ihre war eine äußerst läßliche Sünde, seines deswegen auch nicht eben ein journalistischer Coup. Peinlich, dabei erwischt zu werden, aber eben auch keine große Nummer, ein gut gemachter Kommentar in seinem Blog hätte sie m. E. da rausgerissen, kein Hahn hätte danach gekräht.

Und dann, liebe Hannelore, hast du nichts besseres zu tun, als einen Anwalt mit einer strafbewehrten Unterlassungserklärung auf diesen armen kleinen Blogger loszulassen? Ja, hast du denn zum Teufel noch nicht davon gehört, daß, wenn das Web 2.0 eins mehr haßt als Zensur, das ein Abmahnanwalt ist? Google mal nach „Freiher von Gravenreuth“! Jetzt ist das Ding in aller Munde, heute weiß es die Blogsphäre, Montag in acht Tagen berichtet wahrscheinlich der SPIEGEL Im Richtigen Leben. Ein toller Beitrag zur Selbstzerfleischung, wirklich, und ein Lehrstück für den Streisand-Effekt.

In other news, auf dem Cover des aktuellen „Vorwärts“ ist Franz Müntefering mit einer mechanischen Schreibmaschine dargestellt. Das Foto mag von Jim Rakete sein, aber es ist auch gleichzeitig fast ein Treppenwitz von einem Schuß in den eigenen Fuß angesichts der aktuellen Debatte über den „Generationen“-Konflikt zwischen digital natives und digital immigrants

Mein erster Parteitag und mein erstes gefressenes Blogposting

10. Februar 2009 um 12:35 | Veröffentlicht in Allgemeines | Hinterlasse einen Kommentar
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Am Samstag war ich auf dem Parteitag des UB Düsseldorf. Es war mein erster Parteitag, und mit einem „Pep Talk“ von Franz Müntefering auch kein ganz unspektakulärer.

Ich hatte denn auch einen wirklich schönen, ausführlichen Blogeintrag praktisch fertig verfaßt – als mein Browser abstürzte. Leider gibt es hier bei meinespd.net kein Netz, es werden keine Zwischenspeicherungen angelegt. Eine volle Bildschirmseite Text war weg. Das ist ärgerlich, und auch wenn ich noch einen ausführlicheren Beitrag nachschieben werde, wird er nicht die gleiche Qualität haben wie mein Ursprungsposting.

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